Kunst im öffentlichen Raum


Verwandlung von Geschichten, 2016, Stadtbibliothek in Mainz
Verwandlung von Geschichten, 2016, Stadtbibliothek in Mainz

VERWANDLUNG VON GESHICHTEN, 2016

Kunst im öffentlichen Raum

Eine Fotografieinstallation

in der Stadtbibliothek in Mainz

 

Die Arbeiten Cornelia Rößlers umkreisen die Identität und die Geschichte der menschlichen Existenz. Dabei ist ihr künstlerischer Zugang sehr vielfältig. Mittelpunkt der Installation in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek ist ein altes Bücherregal mit vielen integrierten Leuchtkästen. Statt der klassischen Buchrücken sind die abfotografierten Nahaufnahmen von menschlicher Haut unterschiedlicher Generationen und Nationalitäten als Lichtflächen in das Bücherregal eingelassen. Die Haut spiegelt für Cornelia Rößler Leben wider. Sie schützt, repräsentiert, kommuniziert, wandelt um, grenzt ab. Je länger Menschen leben, desto mehr Spuren ihrer Identität sind auf der Haut zu erkennen. Seit dem Mittelalter wurden und werden Bücher mit Tierhaut eingebunden. Die Haut von Schweinen, Kälbern, Ziegen oder Schafen wird dabei für die Verarbeitung zu Leder gegerbt, für die Verarbeitung zu Pergament gekalkt.

Bei historischen und auch bei modernen Büchern schmückt der Einband nicht nur, sondern übernimmt vor allem eine Schutzfunktion für den Buchblock. Im Laufe der Zeit weist die schützende Hülle Gebrauchs- und Abnutzungsspuren auf, was man besonders in Bibliotheken gut beobachten kann. Wie die menschliche Haut kann also auch der Bucheinband seine Geschichte nicht leugnen und erzählt von allen Veränderungen und Beanspruchungen, denen er ausgesetzt war.

 


Die Reise des Vergessens, 2012
Die Reise des Vergessens, 2012

DIE REISE DES VERGESSENS, 2012

Kunst im öffentlichen Raum

Eine Fotografie- und Videoinstallation

im öffentlichen Bus in Frankfurt.


Was passiert, wenn ich meine gewohnte Orientierung verliere? Wie geht es anderen Menschen damit? Begeben Sie sich, in einem von der Künstlerin Cornelia Rößler verfremdeten Stadtbus, auf eine ungewöhnliche Fahrt des Vergessens. Entdecken Sie durch eine Installation im Bus mit Fotografien und Videos ihre eigene Fahrt des Lebens, des Erinnerns und des Vergessens. Seit vielen Jahr beschäftigt sich Rößler mit den Denk- und Lebenswelten von Demenzkranken. Diese Erfahrungen spiegeln sich in der Gestaltung des Busses wider.

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Gedanken, Videoinstallation
Gedanken, Videoinstallation

GEDANKEN, 2005

Videoinstallation, drei Beamer, 6 min. im loop


In einem ehemalige Elektroladen, der bald abgerissen wird, zeigt Cornelia Rößler die Videoinstallation Gedanken. Mit drei Beamern werden abwechselnd drei verschiedene Räume einer Wohnung an die Wand geworfen, während man der Stimme einer alten Frau zuhört. Gelegentlich bewegt sich die Kamera auf einzelne Details der Wohnung zu, und verliert sich wieder im Dunkel. Die Sprecherin, bei der es sich wohl um die Bewohnerin handelt, bekommt die Kamera nie in den Blick. Durch die zahlreichen Fotos, Postkarten und Kalender erhält die Wohnung einen beinahe musealen Charakter. Die Unbelebtheit der Wohnung steht im Kontrast zu dem geselligen Tonfall der alten Frau, der jedoch wiederholt in Angst und Einsamkeit umschlägt. Dabei erzählen die unbelebten Gegenstände der Wohnung ebenso eine Geschichte wie die belebte Stimme der Frau, die davon erzählt, wie ihre Nachtruhe von einem Klingeln gestört wird, das selbst, nachdem der Elektriker die Klingel ganz abgestellt hat, nicht aufhört.

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Durch die Luft springen, 2006
Durch die Luft springen, 2006

DURCH DIE LUFT SPRINGEN, 2005
Fünf Fotografien je 275 x 120 cm, ein Videofilm im Loop ca. 2 min.  

 

Fünf Fotografien und eine Videoinstallation waren in der Reihe „Kunst im Abgeordnetenbüro“ im Abgeordnetenhaus des Landtags in Mainz zu sehen.
In den Gängen vor dem Büroraum von Manfred Geis, Landtagsabgeordneter von Rheinland-Pfalz, sind fünf große schwarz/weiß-Fotografien zu sehen, die jeweils eine Person mit ganzer Kraft in die Luft springend zeigen. Die abgelichteten Personen arbeiten alle für den Landtag. Von der Fraktionsvorsitzenden bis zum Pförtner sind die unterschiedlichsten Arbeitsfelder der Landesregierung vertreten.

Die fünf überdimensional vergrößerten Personen sind ohne Köpfe zu sehen. Ihre Identität ist nicht eindeutig bestimmbar. Die Hälse der Personen enden direkt unterhalb der Decke, so dass der Eindruck entstehen könnte, die Springer seien durch die Zimmerdecke gebrochen.

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TANGENCY, 2012
mehrere Fotografien auf Aludibond,

110 x 60 mm und 240 x 60 mm

 

Cornelia Rößler suchte im Umfeld des Rosenplatzes in Osnabrück die unmittelbare Begegnung mit den Menschen. Dabei brachte sie Fragen der Materialität und der Oberflächenbeschaffenheit des räumlichen Umfeldes des Rosenplatzes ins Gespräch. Es entstanden Kenntnis zu Erfahrungen der Menschen im Umgang mit ihrem eigenen Verhältnis zu den Atmosphären der Stadt. Anschaulich werden diese Begegnungen durch Fotos von der Haut ihrer Gesprächspartner, die später mit den Oberflächen der Stadt konfrontiert wurden. Stadt ist auch Körperkontakt.

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